Was ist Speziesismus?

Der Begriff Speziesismus bezeichnet die Diskriminierung von Individuen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit.

Analog zum Sexismus oder Rassismus – der Benachteiligung aufgrund der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht oder zu einer bestimmten ethnischen Gruppe – wird beim Speziesismus ebenfalls ein willkürliches Merkmal höher bewertet als tatsächlich relevante Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten.

Das Interesse eines Schweins an Freiheit, Unversehrtheit und einer fortgeführten Existenz wird im Allgemeinen dem Interesse eines Menschen am Genuss von Schweine„fleisch“ unterworfen, mit der Begründung, das Schwein gehöre einer anderen Spezies an; seine Interessen seien damit zu vernachlässigen.

Jedoch auch innerhalb der Gruppe nichtmenschlicher Tiere haben Menschen Kategorien geschaffen, welche sich ausschließlich auf das irrelevante Kriterium der Artzugehörigkeit stützen: Obwohl wir keinen Grund zu der Annahme haben, dass sich die Grundbedürfnisse von Hunden und Schweinen im Wesentlichen unterscheiden, stufen wir erstere generell als „beste Freunde“ und letztere als „Fleischmaschinen“ ein.

Die Begründung für unsere Ungleichbehandlung nichtmenschlicher Tiere liegt demnach meist nicht in deren Ungleichheit, sondern in unserer kulturspezifischen Einordnung verschiedener Arten in Kategorien wie „Heimtiere“ und „Wild“, „Nutztiere“ und „Schädlinge“.