Gesunde Hunde und das Geld

Vor den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver hatte das Unternehmen Howling Dog Tours Whistler, eine Abteilung der Firma Outdoor Adventures Whistler (OAW), mehrere hundert Hunde angekauft. Für die Dauer der Spiele wurde eine deutlich höhere Nachfrage an touristischen „Hundeschlitten“-fahrten erwartet als für die übliche Saison. Bedingt durch die Abreise der Olympiadebesucher nach dem Ende der Wettkämpfe und den Mangel an Schnee war ein großer Teil der zuvor erworbenen Hunde jedoch plötzlich unbrauchbar geworden.

Für die Touristik gilt, mehr denn je und wie für andere Geschäftsgebiete auch: Es wird nichts verschenkt. Investitionsgüter, welche den ihnen angedachten Dienst abgeleistet haben und nun mehr Geld verschlingen als sie einbringen, haben von Unternehmern im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte keine Gefälligkeiten zu erwarten. „Milchkühe“ und „Legehennen“, welche mit ihren Leistungen unter die rentable Produktionshöhe fallen, und Hunde, welche nicht mehr genug Touristen ziehen können, bedeuten Verschwendung im ökonomischen Sinne.

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Vom Ponytätowierer

Die Nachrichtenagentur AFP meldet []: Das Verwaltungsgericht Münster verbot dem „Halter“ eines Ponys, dieses am rechten hinteren Schenkel zu tätowieren. Der Mann habe das Tier „individuell verschönern“ wollen und bereits die ersten Vorbereitungen abgeschlossen. Ein willkürlicher Google-Treffer [] belegt unter anderen folgende Reaktionen auf  das Bekanntwerden des Urteils: „Wie bekloppt wird die Menschheit eigentlich noch?“ – „Der Typ hat sie doch nicht mehr alle!“ – „Ich glaub es nicht. Sonst gehts dem aber noch gut?“ oder „Herr…..lass es Hirn regnen.“

Es scheint Einigkeit darüber zu herrschen, a.) dass Tätowierungen mit Schmerzen verbunden sind, b.) dass unfreiwillige Tätowierungen unnötig sind, und c.) dass die Zufügung unnötiger Schmerzen nicht in Ordung ist. Daraus folgt für alle eindeutig, dass das Tätowieren von Ponys nicht rechtfertigbar ist, solange es nicht notwendig ist und Schmerzen verursacht. Der Wunsch, ein tätowiertes Pony zu besitzen, reicht als Rechtfertigung jedenfalls nicht aus.

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In Wohnungen und Ställen

Der Deutsche Tierschutzbund informiert auf seiner Website und in Broschüren über das Krankheitsbild Animal Hoarding [] oder Tierhorten. Davon betroffene Menschen „sammeln“ aus unterschiedlichen Gründen Tiere in ihren Wohnungen oder auf ihren Grundstücken, und zwar „mehr als die durchschnittliche Anzahl (in Deutschland bis ca. drei Hunde, ca. drei bis vier Katzen, ca. fünf Nager etc.)“. Die Tiere leiden in vielen Fällen unter anderem an Platzmangel, fehlender Hygiene und unbehandelten Krankheiten. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe versucht seit 2008 über das kaum erforschte Problem in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit aufzuklären und Lösungen zu erarbeiten.

Der Tierschutzbund sieht hier (wie ich) ein Problem, weil empfindungsfähige Tiere keine Sachen sind. Wer Münzen sammelt und diese auf engstem Raum verstauben lässt wird für gewöhnlich nicht mangels Empathie, Sittenhaftigkeit oder Verantwortungsbewusstsein zur Rechenschaft gezogen. Münzen haben keine Interessen oder Bedürfnisse. Wir sehen keinen Anlass für ein Münzschutzgesetz oder einen Münzschutzbund.

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Die Katze in der Mülltonne

Eine 45-jährige Frau aus Coventry, England, wurde von einer Überwachungskamera aufgenommen, als sie eine Katze namens Lola in eine Mülltonne fallen ließ. Weder Mary Bale noch ihr Anwalt konnten eine rationale Erklärung für die Tat abgeben, Bale wäre jedoch von Stress und Sorge um ihren kranken Vater geplagt gewesen und hätte für einen Sekundenbruchteil die Folgen ihrer Handlung falsch eingeschätzt. Am Abend des 21. August nahm sie  eben jene Katze, welche sie an vielen Abenden zuvor auf ihrem Heimweg regelmäßig gehätschelt hatte, und ließ sie in der Tonne verschwinden, wo das bedauernswerte Tier 15 Stunden später von ihren „Eigentümern“ gefunden wurde.

Nachdem das Video auf YouTube in der Hoffnung veröffentlicht worden war, ein Internetnutzer könnte die Frau identifizieren, erhielt Mary Bale beleidigende Telefonanrufe und Todesdrohungen bis aus Australien, wie die Online-Ausgabe des Guardian berichtet [].

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Miss Schweiz und das Kaninchen

In der Online-Ausgabe des schweizerischen Boulevardblatts 20 Minuten wird von Kerstin Cook berichtet [], der aktuellen „Miss Schweiz“, welche von mehreren Tierschutzvereinigungen kritisiert wurde, weil sie sich ein Kaninchen „hält“. Nun bezieht sich die Kritik erstaunlicherweise nicht auf das Grundrecht eines jeden Kaninchens auf ein Leben ohne räumliche Begrenzung, vielmehr fordern die Tierschützer, Cook solle nicht etwa gar keins, sondern vielmehr zwei Kaninchen einsperren.

Eva Waiblinger vom Schweizerischen Tierschutz formulierte ihre Meinung mit „Das grenzt an Tierquälerei.“ Dabei bezog sie sich wohlgemerkt nicht auf die Institution „Heimtierhaltung“, sondern auf den speziellen Fall „Nagetierhaltung ohne mindestens einen weiteren Artgenossen“.

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Würdest du Welpen ertränken?

Im Forum der WWF-Jugend berichtet [] eine Benutzerin von einem Welpen, der nur knapp vor dem Ertrinken gerettet werden konnte. Die Personen, welche die Verantwortung für den jungen Hund trugen, hätten ihn an einen beschwerten Beutel gebunden in ein Gewässer geworfen. Die Kommentare reichen von „nur zum Heulen“ über „unfassbar, abartig!“ bis „man sollte den Menschen, die sowas machen, auch mal einen Haufen Backsteine an den Hals hängen und irgendwo ertrinken lassen“.

Davon abgesehen, dass entsprechend junge Internetnutzer unverschuldet schlecht darüber informiert sind, was die „Erzeugung“ von Milch und Eiern für Jungbullen und männliche Küken bedeutet, fällt auf, dass ein gewisses Gefühl für moralisch gute oder schlechte Handlungen vorhanden zu sein scheint, auch ohne Tierrechtshintergrund oder Philosophiestudium. Die letzte Erkenntnis lautet nämlich „zwar ist es schon schrecklich aber wenn wir mit dem besitzer das gleiche tun sind wir nicht besser“.

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Kleiner Sieg, keine Wirkung

In Berlin pflegt ein sibirisches Restaurant Gerichte mit Bärenfleischanteil zu servieren. Das Muskelgewebe stammt von estländischen Braunbären, die in ihrer Heimat – gemäß den Gesetzen, welche sich die Menschen dort gegeben haben – gejagt und getötet werden dürfen, weswegen das zuständige Bezirksamt auch keine Einwände gegen den Verkauf der Leichenteile vorbrachte.

Die B.Z. berichtet [] nun von der kurzfristigen Einstellung des Angebots. Sogenannte Tierschützer, allen voran Grünen-Tierschutzexpertin Claudia Hämmerling, nahmen Anstoß daran, dass Gewebe von eben dieser Tierart und nicht von einer anderen auf der Speisekarte des Restaurants „Bogus“ in Prenzlauer Berg zu finden ist. In Deutschland stehen Braunbären unter Schutz, sie zu töten ist strafbar und sie zu essen demnach scheinbar unmoralisch.

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